Was die Pille und Co mit deinem Darm und deinem Nervensystem zu schaffen haben

Was machen hormonelle Verhütungsmittel im Körper?
Pille, Hormonspirale, Verhütungsring oder Hormonstäbchen enthalten künstliche Varianten von Östrogen und/oder Gestagen. Sie signalisieren dem Gehirn, dass bereits genug Hormone vorhanden sind. Die Folge: Der Eisprung bleibt aus, der Schleim am Muttermund wird zäh und die Gebärmutterschleimhaut baut sich kaum auf.
Die Blutung während der Pillenpause ist deshalb keine echte Menstruation, sondern eine Abbruchblutung. Der natürliche Zyklus mit seinem Auf und Ab von Östrogen und Progesteron ist während der Einnahme stillgelegt. Und diese Hormone wirken nicht nur auf die Gebärmutter, sondern auf fast jedes Gewebe im Körper, auch auf Darm und Gehirn.
Hinzu kommt: Hormonelle Verhütung kann den Bedarf an bestimmten Mikronährstoffen erhöhen, etwa an B-Vitaminen, Folat, Magnesium und Zink. Genau diese Nährstoffe braucht der Körper auch für eine gesunde Darmschleimhaut und für die Bildung von Botenstoffen wie Serotonin.
Was hat das jetzt mit dem Darm zu tun?
Darm und Hormone stehen in engem Austausch. Ein Teil unserer Darmbakterien, das sogenannte Estrobolom, ist direkt am Östrogenstoffwechsel beteiligt. Verändert sich der Hormonhaushalt von aussen, kann sich auch die Zusammensetzung der Darmflora verschieben.
Studien zeigen ausserdem einen Zusammenhang zwischen der langjährigen Einnahme der Pille und einem erhöhten Risiko für entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn. Das heisst nicht, dass die Pille diese Krankheiten auslöst. Es zeigt aber, dass Hormone und Darmgesundheit eng verknüpft sind. Im Praxisalltag berichten mir Frauen häufig von Blähungen, Verstopfung oder einem empfindlicheren Bauch, seit sie hormonell verhüten.
Und die Psyche?
Östrogen und Progesteron wirken im Gehirn auf Botenstoffe wie Serotonin, Dopamin und GABA. Sie beeinflussen also Stimmung, Antrieb und Stressempfinden. Eine grosse dänische Studie mit über einer Million Frauen hat gezeigt, dass Frauen mit hormoneller Verhütung häufiger erstmals Antidepressiva verschrieben bekamen. Besonders deutlich war das bei Jugendlichen.
Dazu kommt die Darm-Hirn-Achse: Ein grosser Teil des Serotonins wird im Darm gebildet. Gerät die Darmflora aus dem Gleichgewicht, kann sich das auch auf die Stimmung auswirken. Darm, Hormone und Psyche hängen also zusammen.
Du willst mehr über hormonfreie Verhütungsmethoden wissen? Meld dich bei mir. Ich nehme mir Zeit für deine Fragen und begleite dich auf deinem Weg zurück zu deinem natürlichen Zyklus.




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